Donnerstag, 13. April 2017

Zwangsgebühren und Quotendeppen

Tünche
Bertolt Brecht:"Da ist Tünche nötig" (Lied von der Tünche)
Die Tonlage erinnert an Politbürokraten der DäDäÄrr: Dem so pünktlich wie wehrlos zahlenden Rentner kommt überraschend ein Automatenbrief vom “Beitragsservice”  ins Haus. Er solle gefälligst eine bisher nicht bekannte Betriebsstätte anmelden. Definiert diese Institution inzwischen nach eigenem Recht, dass ein privates Weblog eine Betriebsstätte ist? Von Politik und Rechtsinstanzen ermächtigt, wirft sich in dem Schreiben eine Korporation in die Brust, deren Selbstgerechtigkeit kaum mehr zu überbieten ist:
"Ob Information, Unterhaltung, Sport oder Kultur, die große Senderfamilie von ARD, ZDF und Deutschlandradio bietet hochwertiges Programm für jeden Geschmack.”
“Für meinen nicht”, würde ich gern erwidern, aber ich werde nicht gefragt.
“Ihr Rundfunkbeitrag ermöglicht eine unabhängige Berichterstattung - frei von wirtschaftlichen und politischen Interessen.”
Auch dieser Behauptung widerspräche ich gern, aber das System sieht keinen Einspruch vor, es ist ja ein für alle Male ermächtigt, mich als Zahler auf seine Dienste zu verpflichten.
“So können wir für jeden die passenden Inhalte bieten und unser Angebot so vielfältig gestalten wie die Interessen der Menschen, die es nutzen. [...]"
Das krönt die Anmaßung. Weder passen mir die Inhalte – bis auf wenige Ausnahmen – noch wurde ich als Nutzer je auf meine Interessen hin befragt. Das Angebot richtet sich im wesentlichen nach Quoten, die mich als Nutzer von vornherein ausschließen.
Fühle nur ich mich von diesem Anschreiben des "Beitragsservice" verhöhnt? Weil ich quotenstatistisch selektierte Verblödung fürs Massenpublikum nicht mag? Weil ich als Wissenschaftsjournalist erlebte, wie Budgets für qualifizierte Sendungen in den Anstalten immer knapper wurden? Weil der Druck zu konformem Verhalten auf "Freie Mitarbeiter" immer größer wurde (Dazu gab es vor einigen Monaten eine Resolution, deren Verfasser wahrlich keine Dissidenten sind)?
Der "Beitragsservice" (beschönigender Name für die auf alle Ewigkeiten der Pensionsberechtigung jeglicher Anstalts-Bediensteter verpflichtete ehemalige “Gebühreneinzugszentrale” GEZ) versucht, jede irgend denk- oder vom Automaten ausrechenbare Quelle für ihren unstillbaren Bedarf anzuzapfen. Dass sich diese getarnte Steuer auf staatsfromme Medienproduktion (“Wes Brot ich ess, des Lied ich sing”) rechtlich unangreifbar gemacht hat, ist schlimm genug. Dass sie sich selbst auch als das Nonplusultra der Inhalte und Meinungen versteht und darstellt, bringt sie in den Verdacht totalitärer Ausrichtung.
Es sind dieselben Anstalten, die einmal von totalitären Regimes des Ostens als “Instrumente des Klassenfeindes” bekämpft wurden. Wer heutzutage ihr Programm der quotentauglichen Verblödung nicht goutiert, es gar öffentlich kritisiert, darf damit rechnen, ein Stigma aus dem politischen Stempelkasten zu ernten. “Rechts” heißt das dann, “neoliberal” oder “populistisch”, und selbst “konservativ” erscheint im Verständnis der alternativlosen Umfrage-Meinungs-Modellierer schon verdächtig.
Das Geld der Verdächtigen wollen sie trotzdem. Um jeden Preis.

Mittwoch, 8. März 2017

Ein “Oscar” für die Wissenschaft

Jpeg
Senne, Wald und Meer...
Fast drei Jahre lang - von 2013 bis 2016 - war ich als Medienreferent für das Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei, in Braunschweig tätig. In dieser Zeit sind etliche Filme entstanden, zum Abschied verliehen mir die Kolleginnen und Kollegen des Präsidialbüros einen “Oscar” mit passender Widmung. In der Videothek stammen die ersten neun von mir - d.h. ich war als Kameramann unterwegs, editierte mit meiner jungen Kollegin Annemarie Schütz in Rostock die Filme und las die Sprechertexte ein, die in Zusammenarbeit mit den Fachwissenschaftlern entstanden waren. Die Vielzahl von Themen allein machte die Arbeit spannend, und ein Jahr nach meine “Verrentung” (schreckliches Bürokratenwort) schaue ich dankbar zurück.
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BZE-Film